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Worms: Into the unknown

Wenn der Materialcharakter im Schmuck dominiert, ist er eingefangen im Augenblick der Faszination, selbst wenn man ihn extremen Bedingungen aussetzt, wie der Verarbeitung durch einen Menschen. Indem man sich auf das Wesentliche konzentriert und nicht auf äußere Bedingungen, erreicht man die verschwommenen Linien zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen. Diese Beziehungen im Schmuckstück sind die Kompositionen der Freiheit.


Sie schenkte sich noch einen Kaffee ein und setzte sich wieder zu ihrem Laptop.
Die „Flatworms“ haben sie auf eine Idee gebracht die auch funktionieren könnte. Sie hat schon mal sowas gesehen, diese feine, blättrige Körper die aussehen wie abgezogene Schichten Farbe oder Leimkleber, die so bunt waren das man es kaum glauben könnte ……. Sie haben sie ans Herz gefasst.
Weit unter dem Horizont, in der Dunkelheit des Ozeans lebt es unbeobachtet von Menschen. Dort, wo das Tageslicht erlischt und aufhört zu existieren, tummeln sich Lebewesen unbekannter Art. Sie locken uns auf geheimnisvolle Weise, öffnen ihren Lebensraum und entführen uns in ihre geschlossene Welt.
In ihrem Lebensraum „wohnen“ auch viele Algen.
Alginat ist ein Material das aus Algen gewonnen wird. Mit Wasser vermischt dient es als geleeartige Masse für Körperformen. Als rein biologisches Material ist es unbedenklich und umweltfreundlich. Nach dem verarbeiten verdampft das Wasser, die Form trocknet aus und schrumpft. Sie wird sehr leicht. Diese Leichtigkeit hat mich fasziniert. Dies war der Moment wo ich sie weiter verarbeitet und zum Schmuck gemacht habe. Den Abdruck/die Form habe ich oft geändert, weiter geschnitzt, koloriert oder beschichtet. Diese Stücke enthalten auch Zement, Pigmente oder Sand. Was sind diese Objekte? Leichte Formen, Abdrucke von Muscheln, Skelette von Meereslebewesen, Teile zusammengeschmolzener Sandkörner oder die unbekannte Natur die wir nicht sehen können. Diese Schmuckobjekte zeigen wie ich das Reale oder auch das Unbekannte sehe. Es sind nicht reale Muscheln, Skelette oder Koralle. Es sind nur dreidimensionale Bilder davon. Diese Schmuckstücke und das was sie sein könnten, erscheinen realer als erkennbare bekannte Sachen. Das Spiel zwischen real und irreal spiegelt sich im Schmuck und am Körper des Trägers wieder.